Aufmerksamkeit – ein Neujahrsvorsatz, der mal klappen könnte

 

Jedes Jahr das gleiche Spiel. Nach dem Motto „Nächstes Jahr wird alles besser“ werden zum Jahreswechsel wieder reihenweise gute Vorsätze für das kommende Jahr gemacht. Spoiler: Die wenigsten davon werden eingehalten! Gerade jetzt, in unserem von der Digitalisierung geprägten Zeitalter, fällt es schwer, sich nicht davon ablenken zu lassen. Aber gerade das ist vielleicht der Knackpunkt: Dass wir unserer unmittelbaren Umgebung und unseren anwesenden Mitmenschen viel zu selten die volle Aufmerksamkeit schenken. Ein Plädoyer für mehr Konzentration auf das Hier und Jetzt.

Ich war bis dato immer einer der Menschen, die gänzlich auf besagte Neujahrsvorsätze verzichteten, in dem Wissen, dass ich sie vermutlich ohnehin nie ganz in die Tat umgesetzt hätte. Doch nach diesem Silvester steht tatsächlich ein Punkt auf meiner Liste. Ein Punkt, der mich schon länger, jedoch verstärkt seit den vergangenen Feiertagen verfolgt: Aufmerksamkeit für meine Mitmenschen und meine direkte Umgebung im Hier und Jetzt. Ja, ganz einfach, oder? Klingt zumindest so, scheint aber für mich und viele andere doch eine Herausforderung darzustellen.

Das ist mir in den vergangenen Tagen immer wieder ins Auge gefallen. Man sitzt um die Weihnachtszeit mit der Familie und guten Freunden zusammen und doch ist man nicht wirklich näher beieinander als an jedem anderen Tag. Ganz im Gegenteil. Jeder scheint gestresst und irgendwie mit anderen Dingen beschäftigt zu sein. Verständlich. Man möchte sich ja in dieser besinnlichen Zeit um jeden seiner geliebten Mitmenschen kümmern, auch wenn diese sich hunderte Kilometer entfernt befinden. Schnell greift der digitalisierte Mensch zum Smartphone, Tablet oder setzt sogar den Laptop neben den Tisch, um mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu bleiben. Die nähere Umgebung wird zwangsläufig vernachlässigt.

Auch an Silvester erging es mir so. Ich war gerade dabei, meinen anwesenden Freunden ein schönes neues Jahr zu wünschen, schaffte es aber nicht bei allen schnell genug: Bevor alle meine Neujahrswünsche ausgesprochen waren, verschwanden einige schon wieder mit ihren Handys. Natürlich taten sie dies auch nur, um Freunde und Familie, die nicht dabei waren, anzurufen oder anzuschreiben. Auch ich kann mich dieses Mal nicht davon freisprechen und so fand ich mich nach einiger Zeit tippend an meinem Smartphone wieder.

Klare Trennung zwischen Offline- und Online-Leben

Ein Weltuntergang ist das zwar nicht. Doch der Vorsatz, weniger online zu leben, kommt definitiv auf meine Liste fürs nächste Jahr. Zumindest nicht nur so nebenbei, wenn das Offline-Leben eigentlich gerade wichtiger und spannender ist. Ich möchte meine Zeit online und offline klarer voneinander trennen, um mich so gezielter und aufmerksamer den Dingen zu widmen. Also: Das Handy einfach mal konsequent beiseitelegen, wenn ich von Menschen umgeben bin und mir gleichzeitig genügend Zeit für Telefonate mit den weit entfernten Freunden nehmen, anstatt nur nebenbei kurze Nachrichten auszutauschen. Vielleicht kann dieser Vorsatz ja sogar mal in die Tat umgesetzt werden.

Technik ist kein Teufel

Natürlich ist die Technik aber nicht nur das böse Monster, welches uns von unserem sozialen Umfeld abbringt. Fast jeder ist sehr froh darüber, auch räumlich getrennte Freunde kontaktieren zu können und so ein Stück seiner Zeit teilen zu können. Außerdem gibt es auch einige andere digitale Bereiche, die gemeinsam erlebt werden können. Dazu gehören nicht nur die gesteigerten Kommunikations- oder vereinfachten Planungsmöglichkeiten über soziale Netzwerke, sondern auch all die neuen Optionen in der Gaming-Welt, die für 2018 wieder einige Multiplayer-Highlights bereithält. Der „einsame“ Zocker hat also auch keine Ausrede mehr.

In diesem Sinne wünschen wir ein frohes neues Jahr voll bewusster Aufmerksamkeit!

Photo by Jerry Kiesewetter on Unsplash

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