Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans" >

Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans

[…] Durch die Drehtür hindurch und eine Wendeltreppe hinunter, stand ich vor zwei massiven Schwingklappen, wie ich sie in etwa aus der Kneipe meines Großvaters kannte. An der Bar saßen zwei Männer. Beide trugen Anzüge. Einer hatte seinen Schlips zu einem Stirnband gebunden und ich dachte, dieses Bild aus irgendeinem, wahrscheinlich amerikanischen, Film zu kennen, denn viel zu häufig entnahm ich bestimmte Wahrnehmungsmuster meiner cineastisch-ikonographischen Erziehung. An einem Rundtisch in der hinteren Ecke des rechteckig gelegten Altbaus vermutete ich Studenten. Als Erstes fiel mir jedoch die räumliche Symmetrie ins Auge. Über die Tische hinweg bewirkte sie etwas von einem Bild oder einer Postkarte. Das lag vor allem daran, dass der Raum in den […]

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Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans

[…] Direkt vor Dorothees Wohnung war es noch viel lauter, als es vom Fenster aus immer ausgesehen hatte. Fünf Mädchen, ineinander gehakt, kreischten den Refrain von I don´t wanna miss a thing. Im Kampf um den Wein, den sie einander herumreichten, ergaben sich die hochhackigen Absätze mit jedem Schritt dem Gewicht, das auf ihnen lastete. Ein paar Typen, die ich unweigerlich als Proleten ausmachte, augenscheinlich Bankdrücker, skandierten irgendeinen Mist, bei dem lediglich der Kreuzreim entscheidend ist. Ich machte mich auf den Weg zur nächsten Metro. Die 103 stand abfahrbereit. Wie immer. An der 79 Street, die direkt am Hudson liegt, stieg ich aus und war irritiert, dass ich mich an […]

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Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans

[…] Zettelbotschaften hatte ich schon als Teenager romantisch gefunden und sie stets mit jener Aufregung verteilt beziehungsweise in Empfang genommen, wie sie in diesem Alter – auch wegen des ersten libidinösen Aufbegehrens seit der phallischen Phase – nun mal typisch ist. Ich stellte mir mich aus Malus Perspektive vor. In dieser Inszenierung hätte ich die Nachricht nicht sofort gelesen. Mit blitzenden Augen würde sie nun beobachten, wie ich den Zettel in meinem Portemonnaie als Beleg einer auflodernden Romanze oder als Relikt einer schicksalhaften Eingebung bergen würde, bloß um ihn mir, sobald ich zurück in Dorothees Wohnung wäre, neben meine Unterlagen auf den Schreibtisch zu legen. Dann fiel mir auf, dass […]

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Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans

[…] Malu war jünger als ich. Jedenfalls so viel jünger, dass es mir hätte auffallen können. In ihrem Gesicht, bedeckt von einem derart wilden Pony, dass ich mich an die parametrischen Kurvenintegrale erinnerte, die ich nie verstanden hatte, deutete sich jederzeit ein Lächeln an, ohne dass sie etwas dafür konnte. Sie umgab ein leichtes Flimmern, ein Pol, der eine auratische Aufregung anzog, in der sie ihre Blicke – nach den Codes, die unser Verhalten koordinieren sollen, letztlich aber doch bloß Ausdruck repressiver Begierden sind – als kokettierende Signale verhandeln konnte. Dass sie ihr laszives Wesen so willentlich, offenbar voller Überzeugung, nach außen trug, machte sie mir sympathisch. Neben der überbetonten […]

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Neon wie es nicht bloß scheint Beginn eines Romans

Ein junger Schriftsteller, der sich in Deutschland durch kleinere, jedoch von der Presse gefeierte, Veröffentlichungen einen Namen machen konnte, hat Aussicht auf eine erfolgreiche Karriere. Ausgestattet mit dem Stipendium eines renommierten Verlags zieht es ihn nach New York. Dort soll er an einer Kolumne arbeiten, um Geist und Wesen seiner Zeit zu erfassen. Nichts scheint hierzu aussichtsreicher als die neu gewonnene Anonymität, die ihn mit der Unbefangenheit staffiert, einen ironischen Blick auf die augenscheinliche Nervosität der Stadt zu werfen. Schon bald aber kehrt sich dieser Blick nach innen. Die Lichter der Boulevards erhellen weitaus mehr als die Nacht.  

Kalkül und Avantgarde Kunst und die Rolle rückwärts." >

Kalkül und Avantgarde Kunst und die Rolle rückwärts.

Die Postmoderne ist eine von Hektik und Fortschrittlichkeit gebeutelte Epoche, in der das Neuheitsbestreben nie ausgeprägter war. In der Kunst bemüht sie sich jedoch immer weniger um die Überwindung des Vergangenen und Überholten, wenngleich sich dies entsprechend avantgardistischer Programmatik von selbst verstehen müsste. Stattdessen proklamiert die Postmoderne jene Gewissheit, dass modernistische und auch vormodernistische Wesenszüge gar nicht überwunden werden wollen. Zu lukrativ scheint das Geschäft mit dem ökonomischen Potential des Gewöhnlichen. Selbst die einst so rebellisch aufbegehrende Straßenkunst kuscht brav wie ein Kätzchen.

Bloß nicht deutsch sein. Über die identitäre Selbstwahrnehmung abgrenzungsbemühter (Sub-)kultur" >

Bloß nicht deutsch sein. Über die identitäre Selbstwahrnehmung abgrenzungsbemühter (Sub-)kultur

In welchem Ausmaß ist Kultur identitätsstiftend? Und inwiefern ist Identität Gradmesser eines kultivierten Lebensgestus? Und passen uns da Flüchtlinge nicht hervorragend in den Kram? Ein Erklärungsversuch.

Auswandern nach Australien? Wenn, dann richtig! Interview mit Felix Rossi, dem Mastermind hinter Sasso Imèl." >

Auswandern nach Australien? Wenn, dann richtig! Interview mit Felix Rossi, dem Mastermind hinter Sasso Imèl.

Wenn du noch nie in Australien warst, war´s zumindest einer deiner Freunde. Stimmt´s? Entweder um die kathartische Selbstfindung nach dem Abi zu erfahren. Oder die Weisheit aus dem Vegemite-Glas zu löffeln. Vielleicht aber auch bloß, um Koalas zu streicheln. Alles legitim, aber wenn´s darum geht, einen Traum zu verwirklichen, scheitern viele bereits am elterlichen Taschengeld, das irgendwann ausgeht. Nicht so Felix Rossi. Der kreative Kopf hinter Sasso Imèl, einem aufsteigendem Modelabel aus Adelaide, hat sich ein Herz gefasst. Eigentlich stammt er aus unserer Region. Mittlerweile aber lebt er seit Jahren in Adelaide und kümmert sich um sein Projekt. Viel hat er noch vor. Sein Kredo spricht für sich. Das mediazine hat […]

nominiertenabend-Goldener-Monaco

Wir hören ein Singen im Raum – Nominiertenabend des Goldenen Monacos

Hereinspaziert ins Audimax, hinein in die Duftwolke, die die Popcornmaschine und ein Dutzend Waffeleisen im Raum verteilen. Riecht man eigentlich einen Unterschied zwischen Waffeln mit Soja- und denen mit Kuhmilch? Tatsächlich wirkt alles noch ein bisschen unbestimmt. Noch. Hereinspaziert in den Film-Zirkus der Uni Siegen.

Moa Net Modedesign

He wird net geurzt – Wo Sejerlänner Platt auf Urban Streetart trifft

Wer kürzlich durch die Siegener Sandstraße am H&M vorbei getingelt ist, dem werden die verschleierten Schaufenster ein paar Meter weiter kaum entgangen sein. „He wird net geurzt.“ Eine Botschaft, die vermeintlich nur alteingesessene Locals entschlüsseln können. Oder nicht? Wir wollten erfahren, was dahinter steckt. Am 30.04. eröffnen MOA NET, ein Kunst- und Modelabel aus der Region, an besagtem Ort ihren Pop Up Shop. Ab dann erfahrt ihr selbst, was es mit der ganzen Sache auf sich hat. Das mediaZINE hat sich die Mühe gemacht, schon mal vorab einen kleinen Einblick hinter die Kulissen zu bekommen. Wir haben also mal angeklopft. Und reingelassen wurden wir auch. .