Bald im Kino: Barry Seal – Only in America

Wenn man für die CIA, die amerikanische Drogenbehörde und das kolumbianische Drogenkartell gleichzeitig arbeitet, könnte man sagen, man habe sich ganz schön tief in die Scheiße geritten. Diese absurde Geschichte ist die des Piloten Barry Seal, der ab dem Ende der 1970er Jahre in den USA ganz schön für Furore gesorgt hat. Nun hat Regisseur Doug Liman diese skurrile, aber dennoch wahre Story mit Tom Cruise in der Hauptrolle verfilmt. Was der Streifen taugt, erfahrt ihr nun.

In Doug Limans neuestem Biopic-Drama geht es um den US-amerikanischen Piloten Barry Seal. Dieser hat mit seiner Anstellung bei einer großen Airline zwar einen guten Job, fühlt sich jedoch mit seinen Fähigkeiten hinterm Steuerknüppel eines fliegenden Busses fehl am Platz. Als eines Tages die CIA aufgrund von Schmuggelaktivitäten auf Barry aufmerksam wird, beginnt seine verrückte Reise. Denn wie so häufig in den USA bietet ihm besagter Geheimdienst nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist Barrys Karriere beendet und er hat eine Strafe zu befürchten. Oder er arbeitet von nun an als Aufklärungspilot für die CIA.

Bei der Auswahl zögert er nicht lange und steigt in seine neue Maschine, um die Lager der kommunistischen Soldaten in Zentralamerika zu fotografieren. Da dies kein ungefährliches Unterfangen ist, wird er eines Tages vom Himmel geschossen und landet in einem Sumpf aus Kriminalität und Korruption. Barry stellt fest, dass die Gegenseite durchaus lukrativere Geschäfte anbietet und so verstrickt er sich immer tiefer in ein Konstrukt aus Lügen zwischen der CIA, dem FBI, der DEA, Guerilla-Kämpfern und dem Drogenkartell rund um Pablo Escobar.

Ein kunterbunter Trip

Zwar hat Barry Seal – Only in America durchaus seine bitteren Momente, doch die Macher lassen es sich nicht nehmen, komödiantische Einlagen in die Absurditäten einzubauen. Dadurch schafft Liman einen interessanten Grat zwischen ernsthafter Tragik und selbstironischer Komik. So möchte Barry dem Publikum in einer Szene etwa seine Flugroute durch Nicaragua erklären und stellt dabei fest, dass bei der Visualisierung durch das Medium Film das falsche Land auf der Landkarte dargestellt wird. Hier erkennt man den aufgezogenen Metahumor, der hin und wieder einen Lacher aus einem herauskitzelt.

Außerdem vergeht der Streifen im wahrsten Sinne wie im Flug, denn die Erzählstruktur des Films hat ein wahnsinnig gutes Tempo. Viele Infos, viele Geschehnisse, wenige Durststrecken. Barry Seal gibt nicht nur im Flieger ordentlich Gas, sondern schafft es auch, eine umfangreiche Geschichte in weniger als zwei Stunden zu erzählen. Der Erzählstil des Protagonisten, der sich immer direkt an die Zuschauer richtet, vermag es, die Handlung mithilfe von etlichen Kommentaren zum Geschehen selbstironisch zu untermalen.

Tom Cruise in Höchstform

Mit Tom Cruise wurde eine überaus passende Auswahl für den chaotischen Piloten Barry getroffen. Er weiß nie wann Schluss ist, kann die Klappe einfach nicht halten und überschätzt sich mehr als nur einmal. Die Attitüde des leicht trotteligen Bruchpiloten verkörpert Cruise perfekt und erinnert an sympathische Filmhelden wie Indiana Jones, die zwar Außerordentliches leisten, aber dabei auch in so manches Fettnäpfchen treten. Wir hatten demnach enormen Spaß Cruise bei seinem Chaotentrip zuzuschauen. In den Nebenrollen bekommt man zudem einen soliden Domhnall Gleeson als CIA-Agenten und Sara Wright als Barrys treue Ehefrau zu sehen. An den Performances der Nebendarsteller gibt es nichts zu bemängeln, die wahre Show gehört aber Tom Cruise.

Fazit

Barry Seal – Only in America tauchte wie aus dem Nichts auf unserem Radar auf und entpuppt sich als halsbrecherischer Überflieger. Aus einer sich in der Geschichte der USA tatsächlich abgespielten Tragödie hat man soweit es geht versucht, eine Komödie zu spinnen, was den Produzenten verdammt gut gelingt. Barry Seal – Only in America ist der perfekte Mix aus Wahn, Witz und einer erzählten Geschichte, die sich ziemlich nah an den realen Vorkommnissen orientiert. Wer Lust auf ein rasantes und ausgeklügeltes Filmerlebnis hat, kann sich den Streifen ab dem 07. September im Kino ansehen.

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