Spider-Man Homecoming Bild 1

Bald im Kino: Spider-Man Homecoming

Als Andrew Garfield nach The Amazing Spider-Man 2 sein Spinnenkostüm an den Nagel hing, dauerte es nicht lange und schon wurde eine Neuinterpretation der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft angesetzt. Die Skepsis, die unter den Fans zunächst herrschte, schlug in einen rigorosen Hype um, als Tom Holland als neuer Spider-Man in Captain America: Civil War seinen ersten kleinen Auftritt feierte. Nun steht mit Spider-Man Homecoming sein erstes eigenes Leinwandspektakel in den Startlöchern und wir verraten euch, ob sich der Schwung ins Kino lohnt.

Origin again?

Nachdem Sony mit den Filmrechten an Spider-Man die Origin-Story des Netzschwingers mehr als einmal erzählt hat, greift Marvel nun zu anderen Mitteln. Statt erneut die angestaubte Geschichte vom jungen Außenseiter, der durch einen Spinnenbiss zum übernatürlichen Helden wird, aufzugreifen, setzt Spider-Man: Homecoming nach den Ereignissen des letzten Captain America-Ablegers ein. Der 15-jährige Peter Parker wurde nach seinem Kampf mit den Avengers unter die Fittiche von Tony Stark genommen, der ihm befielt die Füße still zu halten und höchstens gestattet minder gefährlichen Kleinganoven das Handwerk zu legen.

Doch aufgrund seines inneren Drangs mehr zu sein, als nur ein Aushilfsheld, erfährt der junge Spidey von den Machenschaften Aiden Tomms aka der Geier, der mit seinem Schmuggel von Alientechnologie in die Rolle eines Terroristen fällt und all das gefährdet, was Peter am Herzen liegt. Und da der philanthropische Mr. Stark zu beschäftigt für solch ein Unterfangen ist, liegt das Schicksal der Stadt in den Händen des aufstrebenden Teenie-Helden.

Spider-Man Homecoming Bild 2

Deadpools kleiner Bruder

Wie von Marvel gewohnt bekommt man auch bei Spider-Man: Homecoming einige Häppchen für die Lachmuskeln serviert. Allerdings hat man diesmal die Ernsthaftigkeit vollkommen runtergedreht und stattdessen auf eine Superhelden-Komödie gesetzt. Wenn Spidey etwa eine von Kriminellen besetzte Bankfiliale betritt und dabei zunächst überlegt welche Pose er einnehmen soll, um bei seinem nonchalanten One-Liner besonders cool auszusehen, fühlten wir uns an den Auftritt eines gewissen Wade Wilson erinnert. Generell wird hier sehr viel mit der Körpersprache und der damit einhergehenden Situationskomik gearbeitet und nach wie vor beweisen die Marvel Studios ihr Gespür für gutes Comedytiming, weshalb sich der Streifen häufig wie eine kinderfreundliche Version von Deadpool anfühlte.

Spider-Man: Homerun

Was besonders anmutig an Tom Hollands Darstellung der menschlichen Spinne auffällt, sind einerseits die besonders ausgefallen choreografiert und grazil ausgeführten Moves, die dem jungen Darsteller einiges an Körperbeherrschung abverlangten. Andererseits ist es seine unvollkommene Art. Ähnlich wie Indiana Jones triumphiert der Jungspund am Ende des Tages zwar über das Böse, doch auf dem Weg dorthin nimmt er jedes Fettnäpfchen mit. Sei es nun ein kleiner Fauxpas beim Schwingen durch New York City oder gar eine sinkende Fähre inklusive Besatzung. Auf seinen glorreichen Eskapaden richtet er derart viele Schäden an, dass man sich manchmal denken könnte, der Streifen heißt Spider-Man: Homecrushing. Spider-Man ist glänzender Superheld und tollpatschiger Alltagstrottel zugleich und genau das ist es, wodurch er enorm an Sympathie punkten kann.

Spider-Man Homecoming Bild 3

Zu viel des Schlechten

Auch Spider-Man: Homecoming muss natürlich wieder in 3D sein, wobei sich der Einsatz der visuellen Technik hier überhaupt nicht lohnt. Es werden einem keinerlei Momente geboten, in denen der Kinobesuch durch den 3D-Effekt bereichert wird, mit Ausnahme von der durchgängigen ausgeprägten Tiefe im Bild. Hinzu kommt, wie für Superhelden-Filme mittlerweile üblich, das exorbitante CGI-Gewitter. Von kleinen Explosionen bis hin zu lilafarbenen Laserfeuergefechten. Die knallbunte Farbfolge strapaziert teils die Augen und schmeißt einen aus der sonst so leichtfüßigen Action. Hier wäre weniger tatsächlich mal mehr gewesen.

Fazit

Spider-Man, Spider-Man,
Macht was immer ein Marvel-Film macht,
Bringt ein Lacher, nie zu flach.
Unterhält hinweg mit Krach und Schmach.
Verzichtet auf ein Melodram,
setzt dafür auf nerdy Charm.
Passt auf! Hier kommt Spider-Man!

Zusammengefasst: Spider-Man: Homecoming bietet all das, was man von jenen Marvel-Filmen der letzten Jahre kennt und schafft es im Hinblick auf den Humor sogar noch ein wenig über dem sonstigen Niveau zu punkten. Der Kinobesuch folgt zwar größtenteils dem schematischen Marvel-Konzept, ist dennoch aufgrund vieler verschmitzter Einfälle absolut sehenswert.

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