Bald im Kino: Star Wars: Die letzten Jedi

Das Kinohighlight dieses Jahres und der auch des nachfolgenden ist für einen Großteil schon besiegelt. Natürlich ist die Rede vom größten Film-Franchise aller Zeiten: Star Wars! Wir durften uns die mittlerweile 8. Episode des galaktischen Spektakels bereits anschauen und verraten euch schon jetzt, was euch erwartet. Dabei bleiben die folgenden Zeilen natürlich frei von jeglichen Spoilern. Versprochen!

Die Saga geht weiter…

Nachdem sich der anfängliche Hype um Star Wars: Das Erwachen der Macht, der vor zwei Jahren rauskam, ein wenig gelegt hatte, spalteten sich zunächst die Meinungen. Für die einen war die 7. Episode eine tolle Wiederbelebung ihrer Lieblingsfilmreihe, für andere eher eine neu verpackte Version von Krieg der Sterne. Diesmal können wir euch garantieren, dass Regisseur Rian Johnson trotz der wachenden Hand Disneys deutlich mehr eigene Kreativität in den Streifen einfließen lassen konnte. Trotz manch eines Handlungsstrangs, der an Das Imperium schlägt zurück erinnern mag, wird eine von den altbekannten Filmen wesentlich losgelöstere Geschichte erzählt. Zwar passiert in der Laufzeit von 151 Minuten, die Episode 8 übrigens zum längsten Star Wars-Film macht, verhältnismäßig wenig, doch tut eine teils langsamere Erzählung der Reihe auch mal wieder ganz gut.

Kommt auf die lustige Seite der Macht!

Wie man es auch schon beim Vorgänger gemerkt hat, wird in der neuen Trilogie ziemlich viel Wert auf Humor gelegt. Vor allem in der ersten Stunde mag man aufgrund der enorm hohen Gag-Rate manchmal vergessen, dass man eigentlich ein Epos schaut, das von einem ewig andauernder Krieg zwischen Gut und Böse handelt. Zwar ist es lustig, wenn etwa in einer Szene die kleinen knuffigen Seevögel namens Porgs durch ihre Situationskomik die Stimmung auflockern; jedoch leidet darunter auch mal eine vorausgegangene Szene, in der beispielsweise Kylo Ren beweist, was für ein Badass er ist.

Natürlich hat man in den ursprünglichen Filmen auch auf einige Schmunzler gesetzt: Szenen, in denen C3PO und R2D2 durch die Walachei Tatooines stolzierten und durch ihre minimalistische Körpersprache von einem Fettnäpfchen ins nächste stolperten, fügten sich allerdings wesentlich besser in die Atmosphäre des Universums ein, als es jetzt mit dem Marvel-artigen Humor in Episode 8 der Fall ist. Hier wäre weniger tatsächlich mal mehr gewesen.

Origineller Fan-Service!

Besonders gefallen haben uns die Charakterentwicklungen. Sowohl Rey als auch Kylo Ren bekommen als neue Hauptvertreter der beiden Seiten genügend Spielraum im Film, der uns ihre Motivationen besser verstehen lässt. Dadurch wurden einige offene Fragen beantwortet, die nach dem letzten Teil und den interessant geschnittenen Trailern aufkamen. Apropos offene Fragen: Rian Johnson schafft es einerseits die bereits erwähnten Motivationen und manch einen Hintergrund der Charaktere zu erläutern, wirft dabei aber auch neue Aspekte ein, über die wir uns bis zum Kinostart von Episode 9 die Köpfe zerbrechen dürfen. Ein Kompromiss, mit dem wir uns anfreunden können.

Was wir uns ebenfalls gewünscht haben, war der eine oder andere Lichtschwertkampf. So wie damals zwischen Luke Skywalker und Darth Vader, nur mit den technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit. Und ohne zu viel zu verraten: Wir wurden bei Weitem nicht enttäuscht. Schön durchchoreographierte Kämpfe, in denen die Lichtschwerter wilder geführt werden, als der Stock eines Dirigenten. Momente, lassen die Herzen aller Star Wars-Fans höher schlagen. Im Hinblick auf den Fan-Service ist dies aber noch nicht alles. Der komplette Streifen ist nicht nur voller Anspielungen, Verweise und Easter Eggs ist, sondern auch voller bekannter Gesichter. Natürlich wollen wir euch die Überraschung nicht vorwegnehmen, wer jedoch ein eifriger Fan von Cameos ist, der sollte die Augen sehr weit offen halten.

Meister Yoda wäre stolz auf euch

Darstellerisch gibt es bei Die letzten Jedi kaum etwas zu bemängeln. Daisy Ridley macht als Rey nicht viel neu, doch was sie tut, ist großartig. Noch besser fanden wir Adam Driver in seiner Rolle als „Ersatz-Vader.“ Zerrissen von Hass und Selbstzweifeln brilliert er als Kylo Ren, wie in keiner anderen Rolle seiner bisherigen Filmografie. Mit Mark Hamil und Carrie Fisher haben wir natürlich die alte Garde auch wieder dabei. Der Abschied von der geliebten Prinzessin Leia provoziert natürlich einige feuchte Augen im Kinosaal. Und der gute alte Mark Hamil als Luke Skywalker sieht mit seinem neuen Bart so bösartig aus, dass man zumindest im Hinblick auf das Optische denken könnte, er wäre zu den Sith übergelaufen.

Zwischendurch gibt es auch ein wenig Overacting von Domhnall Gleeson als vorschriftsvernarrter Imperialist, aber diese Momente des Unbehagens sind schnell wieder vergessen, wenn Oscar Isaac als Po Dameron die nächste Szene mit seiner draufgängerischen Art an sich reißt. Eine wirklich schöne Figurenkonstellation, die kaum besser ineinandergreifen und durch keinen besseren Cast dargestellt werden könnte.

Fazit

Star Wars: Die letzten Jedi ist unumstritten eines der Highlights dieses und wohl auch des nächsten Jahres. Im Hinblick auf die Story eine solide Fortführung der bislang bekannten Geschichte, die mit einer ausgereiften Charakterentwicklung daherkommt und einer angenehmen Prise Fan-Service gewürzt wurde. Eine audiovisuelle Orgie, die nichtsdestotrotz nicht frei von Fehlern ist, was vor allem in der ersten Stunde für manch einen merkwürdigen Moment sorgt und an der sonst so exorbitant gewaltigen Atmosphäre nagt. Diese Kritikpunkte sind jedoch von kleinster Natur und deshalb absolut verkraftbar. Wer im Winter nur einmal ins Kino geht und sich nicht für Star Wars entscheidet, der muss schon einen verdammt guten Grund dafür haben. In diesem Sinne: Möge unsere Empfehlung mit euch sein!

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