Bullet Journal: Kalender, Tagebuch und Braindump in einem Moderne Tagebücher zur Verbindung von Selbstdisziplin und Kreativität

Was ist eigentlich dieses Bullet Journal-Gedöns? Das war meine Reaktion, nachdem ich auf Pinterest, YouTube und Co. von Bullet Journals oder Bullet Journeling gehört habe. Also habe ich mir das mal angeschaut: Im Grunde ist ein Bullet Journal eine Vermischung von Tagebuch und Kalender. Das Ganze passiert offline, ganz analog mit Stift und Kladde. Was also ist das Besondere daran? Und wie schaut so ein Bullet Journal eigentlich aus? Im Selbstversuch habe ich mich mal herangetraut und selbst ein BuJo geführt.

Der Kalender-Teil des Journals arbeitet im Grunde mit der Klassifizierung von Terminen nach task (Aufgabe), event (Veranstaltung) und note (Notiz). Die Tasks werden mit einem einfachen Punkt, einem Bullet, markiert. Events mit einem kleinen Kreis und Notizen mit einem Bindestrich. Mit Ausrufezeichen und Sternchen kann man zusätzlich noch die Wichtigkeit eines Termins markieren. Die Termine an sich werden so knapp wie möglich notiert, beispielsweise als „Geburtstag Oma“, „Termin Augenarzt 9:15 Uhr“ oder aber „Mädelsabend im Sausalitos“. Durch die stichwortartige Notation wirkt die Terminübersicht aufgeräumt und klar.

Zur Terminverwaltung werden Monatsübersichten, Wochenübersichten mit der Tagesplanung sowie eine Jahresübersicht verwendet. Punkte und Termine, die nicht abgehakt werden konnten, werden migriert. Also entweder auf den nächsten Tag/die nächste Woche oder in die Jahresübersicht verschoben. Dazu nutzt man ein Pfeil-Symbol zur Markierung, um den Punkt am gewünschten Ort neu einzutragen. Soweit klingt das Ganze doch arg nach einem ganz normalen Kalender. Sehr paktisch sind hingegen die weiteren Seiten, die man nach eigenem Wunsch einfügen kann. Man kann beispielsweise offline tracken, was man isst, wie lange man schläft oder welche Bücher man gelesen hat.

Self-Tracking und gleichzeitiger Ort für persönliche Kreativität

Es ist diese Tagebuch-Qualität, die das BuJo erst so richtig interessant macht. In der Regel setzt man sich am Ende eines Monats hin und beschriftet den Folgemonat mit der Monatsübersicht, der Wochen- und Tagesplanung und den Logs. Dadurch beschäftigt man sich mit dem, was ansteht und bekommt einen neuen Überblick für sich selbst. Man kann so ziemlich alles loggen und tracken, was für einen selbst wichtig ist. Zum Beispiel:

  • Persönliche Ziele
  • Ausgaben
  • Hausarbeiten (Spülen, Saugen, Wäsche waschen, usw.)
  • Essen
  • Uni-Kram

Daneben gibt einem das Notizbuch Raum, Erinnerungen festzuhalten, Notizen an einem Ort zu sammeln und sich auszuleben. Sucht man im Internet nach Ideen für die Gestaltung des Journals, wird man geradezu überschwemmt. Viele lernen Kalligraphie, um ausgefallene Schriftarten zu Papier zu bringen, wieder andere toben sich mit Farben und Mustern aus.

Möglichkeit zur Rekapitulation und Selbstreflexion

Das BuJo bietet den Rahmen und die Möglichkeit, Kalender, Tagebuch und Braindump in einem zu sein. Allerdings verlangt das System auch eine gewisse Disziplin. Man muss sich, um es wirklich zu nutzen, täglich damit auseinandersetzen. Quasi als Gelegenheit, den Tag Revue passieren zu lassen, sich selbst zu reflektieren und zu rekapitulieren, was passiert ist. Ich bin noch nicht restlos überzeugt, werde es aber weiter versuchen. Und wer weiß, vielleicht machen bald sogar unangenehme Hausarbeiten ein Fünkchen mehr Spaß!

Hier könnt ihr euch genauer anschauen, wie ein Bullet Journal funktioniert und euch von Ideen zur kreativen Gestaltung inspirieren lassen:

www.bulletjournal.com

www.buzzfeed.com/nicolenguyen/genius-ways-you-can-customize-your-bullet-journal?utm_term=.ho6vz85KgN#.yfEDeg7Qw5

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