Früher war mehr Pommes Mayo

Früher war mehr Pommes-Mayo Warum wir unsere eigene Jugend nicht schon jetzt verklären sollten

Mit betroffenen Mienen und hochgezogenen Augenbrauen stehen wir neben der Tanzfläche, auf der das durchschnittlich 17-jährige, weibliche Publikum mit Nike Air Max, engen Leggings und mit von Glätteisen malträtierten langen Haaren, ekstatisch zu irgendeinem schrillen Song tanzt. Ich habe ihn noch nie in meinem Leben gehört, doch aufgrund der nasalen und gepressten Gesangsstimme, kann ich ihn eindeutig Rihanna zuordnen. Rihanna, mir eher noch bekannt aus alten „Umbrella-ella-ella-eh-eh“-Tagen. Isa nippt sichtlich entnervt an ihrem Astra Urtyp, während mir Nele beinahe hysterisch in mein rechtes Ohr brüllt: „Was soll das hier? Wir waren doch früher nicht so beschissen!“

Gedankenexperiment in „Tote Mädchen lügen nicht“: Wäre ich ein Schuldiger? Die umstrittene Netflix-Serie führt ihre Zuschauer an die Selbstreflexion zum Thema Mobbing heran

Die amerikanische Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ (Originaltitel: „13 Reasons Why“) polarisiert gerade auf der ganzen Welt. Sie handelt von der Schülerin Hannah Baker, die vor ihrem Tod sieben Kassetten aufgenommen hat, auf denen sie die Personen und ihre Taten nennt, wegen derer sie Selbstmord begangen hat. Den Zuschauer stellt sie vor die Frage: Wäre ich ebenfalls schuldig, wenn ich Teil von Hannahs Welt wäre?

Politikverdrossenheit: Alle reden, wenige machen! Oder? Über eine desinteressierte Generation, die es so pauschal gar nicht gibt

Politikverdrossenheit. Mit diesem Begriff charakterisiert manch einer eine gesamte Generation. Junge Menschen zwischen 15 und 35 werden mit Passivität und fehlendem Interesse gleichgesetzt. Es entsteht der Eindruck, dass alles, was mit Politik oder politischem Geschehen zusammenhängt, den Großteil der heutigen Jugend nicht interessiere. Doch stimmt das überhaupt?

Freud, Narzissmus und die Selfie-Culture Antiquierte Gedankenspiele und die Notwendigkeit ihrer Neubewertung im digitalen Zeitalter

Für Sigmund Freud stand eines fest: narzisstische Dispositionen – eben auch in Anlehnung an die mythologische Figur – sind Ausdruck eines verdorbenen Hanges zur Selbstvernarrtheit und finden im Zuge außerweltlicher Isolation statt. Dass sich diese Einschätzung gerade in Zeiten objektiv messbarer Selbstdarstellung als völlig überholt erweist, beglaubigen die sozialen Praktiken des digitalen Zeitalters. 

Immer gleiten dieselben Filter vorüber Der mythologische Narziss als Sinnbild digitaler Kulturkritik

Wenn bei André Gides Narziss-Interpretation von einem Traktat die Rede ist, tritt recht schnell zu Tage, dass das, was folgt, ideeller Natur entspringen muss. Vielleicht sogar einem Missionierungsbestreben. Dass sich der mythologische Narziss ebenso wie die Textform aus der Antike erhoben, scheint in diesem Fall v.a. deshalb zweitrangig, weil der Autor egomanische Selbstverliebtheit als Signum der modernen Gesellschaft verurteilt. Interessanter noch: Gide antizipierte das, was wir heute unter Selfie-Culture verstehen. Der Mythos von Narcissus dient hier gut und gerne als Blaupause. Dabei mutet Gides Anprangerung sehr eindringlich wie bildhaft an. Ovid, Urheber der mythologischen Sage, wird sich im Grab umgedreht haben.

I´ll see you again in 25 years Auf Sky Atlantic gibt es fortan die 3. Staffel von Twin Peaks zu sehen

Twin Peaks. Staffel drei. Endlich. Nach längerer Schaffenspause serviert uns David Lynch die mutmaßlich reichhaltigste Fortsetzung seines kultigen Opus Magnum. Zu erwarten ist ganz sicher ein verdrehtes Sammelsurium: schriller, pittoresker, vielleicht verstörender. Morgen Abend gibt´s Gewissheit.

Afrikanische Klänge in niedersächsischem Hinterhof

Ich nehme an ihr wart noch nie im Musikzentrum Hannover? Falls doch, dann bewundere ich euren guten Geschmack für schräge Orte. Ich war vor vier Monaten zum ersten Mal dort und kann nur sagen: Ihr müsst dahin!! Doch ich fange mal besser von vorne an… Vor einigen Jahren habe ich ein halbes Jahr in Kapstadt verbracht. Und wenn man in so einer Stadt lebt, dann will man natürlich auch wissen, wie die Menschen dort so ticken. In welchen Lokalen sie ihren Sundowner genießen, an welchen Stränden sie abhängen und natürlich auch zu welcher Musik sie gerne feiern. In Kapstadt ist eigentlich an einem Samstagabend von Bars mit Live Bands bis […]