Politikverdrossenheit: Alle reden, wenige machen! Oder? Über eine desinteressierte Generation, die es so pauschal gar nicht gibt

Politikverdrossenheit. Mit diesem Begriff charakterisiert manch einer eine gesamte Generation. Junge Menschen zwischen 15 und 35 werden mit Passivität und fehlendem Interesse gleichgesetzt. Es entsteht der Eindruck, dass alles, was mit Politik oder politischem Geschehen zusammenhängt, den Großteil der heutigen Jugend nicht interessiere. Doch stimmt das überhaupt?

Freud, Narzissmus und die Selfie-Culture Antiquierte Gedankenspiele und die Notwendigkeit ihrer Neubewertung im digitalen Zeitalter

Für Sigmund Freud stand eines fest: narzisstische Dispositionen – eben auch in Anlehnung an die mythologische Figur – sind Ausdruck eines verdorbenen Hanges zur Selbstvernarrtheit und finden im Zuge außerweltlicher Isolation statt. Dass sich diese Einschätzung gerade in Zeiten objektiv messbarer Selbstdarstellung als völlig überholt erweist, beglaubigen die sozialen Praktiken des digitalen Zeitalters. 

Immer gleiten dieselben Filter vorüber Der mythologische Narziss als Sinnbild digitaler Kulturkritik

Wenn bei André Gides Narziss-Interpretation von einem Traktat die Rede ist, tritt recht schnell zu Tage, dass das, was folgt, ideeller Natur entspringen muss. Vielleicht sogar einem Missionierungsbestreben. Dass sich der mythologische Narziss ebenso wie die Textform aus der Antike erhoben, scheint in diesem Fall v.a. deshalb zweitrangig, weil der Autor egomanische Selbstverliebtheit als Signum der modernen Gesellschaft verurteilt. Interessanter noch: Gide antizipierte das, was wir heute unter Selfie-Culture verstehen. Der Mythos von Narcissus dient hier gut und gerne als Blaupause. Dabei mutet Gides Anprangerung sehr eindringlich wie bildhaft an. Ovid, Urheber der mythologischen Sage, wird sich im Grab umgedreht haben.

I´ll see you again in 25 years Auf Sky Atlantic gibt es fortan die 3. Staffel von Twin Peaks zu sehen

Twin Peaks. Staffel drei. Endlich. Nach längerer Schaffenspause serviert uns David Lynch die mutmaßlich reichhaltigste Fortsetzung seines kultigen Opus Magnum. Zu erwarten ist ganz sicher ein verdrehtes Sammelsurium: schriller, pittoresker, vielleicht verstörender. Morgen Abend gibt´s Gewissheit.

Afrikanische Klänge in niedersächsischem Hinterhof

Ich nehme an ihr wart noch nie im Musikzentrum Hannover? Falls doch, dann bewundere ich euren guten Geschmack für schräge Orte. Ich war vor vier Monaten zum ersten Mal dort und kann nur sagen: Ihr müsst dahin!! Doch ich fange mal besser von vorne an… Vor einigen Jahren habe ich ein halbes Jahr in Kapstadt verbracht. Und wenn man in so einer Stadt lebt, dann will man natürlich auch wissen, wie die Menschen dort so ticken. In welchen Lokalen sie ihren Sundowner genießen, an welchen Stränden sie abhängen und natürlich auch zu welcher Musik sie gerne feiern. In Kapstadt ist eigentlich an einem Samstagabend von Bars mit Live Bands bis […]

Ich schlafe mit Justus, Peter und Bob.

Robert Arthur hatte wohl nicht die geringste Ahnung, welche Welle er auslösen würde, als er 1964 den ersten Fall der drei Fragezeichen („…und das Gespensterschloß“) niederschrieb –  zumindest in der Bundesrepublik. Seit 1993 die Reihe in den USA eingestellt wurde, setzen deutsche Autoren das Erbe fort. Neben den Büchern erfreuen sich allerdings die bereits ab 1979 adaptierten Hörspiele riesiger Beliebtheit. Mittlerweile wurden über 45 Millionen Tonträger verkauft und zweimal im Jahr erscheint eine neue Episode, von denen in der Regel 80.000 bis 100.000 Exemplare über die (virtuelle) Ladentheke gehen. Die 185. und aktuellste Folge “ Die drei Fragezeichen und der Mann ohne Augen“ erschien dieses Jahr im Januar.  Neben den […]

„I am a poet and I know it“

Dass Bob Dylan im Dezember letzten Jahres nicht persönlich in Stockholm erschien um seinen Preis entgegenzunehmen war keine große Überraschung. Falls er aber die 870.000 US Dollar Preisgeld abgreifen möchte, erwartet die Akademie bis zum April 2017 eine Rede vor Publikum in Schweden. Die Entscheidung der Jury einem Musiker den Literaturnobelpreis zu verleihen war umstritten und nicht ohne Eigennutz.