Der Mensch ist eine Insel… Besuch ist aber okay.

„Spending warm summer days indoors Writing frightening verse To a buck-toothed girl in Luxembourg“ The Smiths – Ask   Obwohl es scheint, als sei dem postmodernen Menschen nichts wichtiger als die Ausprägung und Darstellung der eigenen Individualität, ist die Vorstellung des Alleinseins für viele fast unerträglich. Sei es aufgrund der Furcht vor dem anhaftenden Makel der sozialen und emotionalen Isolation, der Angst, etwas zu verpassen, oder einfach weil die eigenen Gedanken zu laut werden.

Bücher: Auf in bekannte Welten! Aus dem Leben eines Buchnerds

Ich weiß nicht, ob ihr das kennt: Man hat ein Buch fertig gelesen, der Buch-Kater ist verheilt und man ist bereit für das nächste Abenteuer. Nun stöbert man im eigenen Regal, sieht die anmahnend lockenden, noch ungelesenen Büchern, scrollt durch den E-Book-Reader und lässt all die Titel, die um Aufmerksamkeit buhlen, vorbeiziehen. Am Ende greift man dann doch nach dem Go-to-Buch, das man schon drölfzig Mal gelesen hat, und stürzt sich wieder einmal in bekannte Welten.

Früher war mehr Pommes Mayo

Früher war mehr Pommes-Mayo Warum wir unsere eigene Jugend nicht schon jetzt verklären sollten

Mit betroffenen Mienen und hochgezogenen Augenbrauen stehen wir neben der Tanzfläche, auf der das durchschnittlich 17-jährige, weibliche Publikum mit Nike Air Max, engen Leggings und mit von Glätteisen malträtierten langen Haaren, ekstatisch zu irgendeinem schrillen Song tanzt. Ich habe ihn noch nie in meinem Leben gehört, doch aufgrund der nasalen und gepressten Gesangsstimme, kann ich ihn eindeutig Rihanna zuordnen. Rihanna, mir eher noch bekannt aus alten „Umbrella-ella-ella-eh-eh“-Tagen. Isa nippt sichtlich entnervt an ihrem Astra Urtyp, während mir Nele beinahe hysterisch in mein rechtes Ohr brüllt: „Was soll das hier? Wir waren doch früher nicht so beschissen!“

Gedankenexperiment in „Tote Mädchen lügen nicht“: Wäre ich ein Schuldiger? Die umstrittene Netflix-Serie führt ihre Zuschauer an die Selbstreflexion zum Thema Mobbing heran

Die amerikanische Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ (Originaltitel: „13 Reasons Why“) polarisiert gerade auf der ganzen Welt. Sie handelt von der Schülerin Hannah Baker, die vor ihrem Tod sieben Kassetten aufgenommen hat, auf denen sie die Personen und ihre Taten nennt, wegen derer sie Selbstmord begangen hat. Den Zuschauer stellt sie vor die Frage: Wäre ich ebenfalls schuldig, wenn ich Teil von Hannahs Welt wäre?

Politikverdrossenheit: Alle reden, wenige machen! Oder? Über eine desinteressierte Generation, die es so pauschal gar nicht gibt

Politikverdrossenheit. Mit diesem Begriff charakterisiert manch einer eine gesamte Generation. Junge Menschen zwischen 15 und 35 werden mit Passivität und fehlendem Interesse gleichgesetzt. Es entsteht der Eindruck, dass alles, was mit Politik oder politischem Geschehen zusammenhängt, den Großteil der heutigen Jugend nicht interessiere. Doch stimmt das überhaupt?

Freud, Narzissmus und die Selfie-Culture Antiquierte Gedankenspiele und die Notwendigkeit ihrer Neubewertung im digitalen Zeitalter

Für Sigmund Freud stand eines fest: narzisstische Dispositionen – eben auch in Anlehnung an die mythologische Figur – sind Ausdruck eines verdorbenen Hanges zur Selbstvernarrtheit und finden im Zuge außerweltlicher Isolation statt. Dass sich diese Einschätzung gerade in Zeiten objektiv messbarer Selbstdarstellung als völlig überholt erweist, beglaubigen die sozialen Praktiken des digitalen Zeitalters. 

Immer gleiten dieselben Filter vorüber Der mythologische Narziss als Sinnbild digitaler Kulturkritik

Wenn bei André Gides Narziss-Interpretation von einem Traktat die Rede ist, tritt recht schnell zu Tage, dass das, was folgt, ideeller Natur entspringen muss. Vielleicht sogar einem Missionierungsbestreben. Dass sich der mythologische Narziss ebenso wie die Textform aus der Antike erhoben, scheint in diesem Fall v.a. deshalb zweitrangig, weil der Autor egomanische Selbstverliebtheit als Signum der modernen Gesellschaft verurteilt. Interessanter noch: Gide antizipierte das, was wir heute unter Selfie-Culture verstehen. Der Mythos von Narcissus dient hier gut und gerne als Blaupause. Dabei mutet Gides Anprangerung sehr eindringlich wie bildhaft an. Ovid, Urheber der mythologischen Sage, wird sich im Grab umgedreht haben.