Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans

[…] Direkt vor Dorothees Wohnung war es noch viel lauter, als es vom Fenster aus immer ausgesehen hatte. Fünf Mädchen, ineinander gehakt, kreischten den Refrain von I don´t wanna miss a thing. Im Kampf um den Wein, den sie einander herumreichten, ergaben sich die hochhackigen Absätze mit jedem Schritt dem Gewicht, das auf ihnen lastete. Ein paar Typen, die ich unweigerlich als Proleten ausmachte, augenscheinlich Bankdrücker, skandierten irgendeinen Mist, bei dem lediglich der Kreuzreim entscheidend ist. Ich machte mich auf den Weg zur nächsten Metro. Die 103 stand abfahrbereit. Wie immer. An der 79 Street, die direkt am Hudson liegt, stieg ich aus und war irritiert, dass ich mich an […]

„Schuld ist unsere Scheide“ Ex-Siegenerin Giulia Becker singt bei Böhmermann von Sexismus - und ist dabei mehr als nur witzig

Giulia Becker hat beim Neo Magazin Royale bisher eher im Hintergrund Gags geschrieben. Einigen Siegener Studierenden ist sie vielleicht sogar noch als Kommilitonin bekannt. Jetzt hat sie für die Show einen Song über ihr großes Problem geschrieben: Ihre Scheide. Ein Kommentar.

Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans

[…] Zettelbotschaften hatte ich schon als Teenager romantisch gefunden und sie stets mit jener Aufregung verteilt beziehungsweise in Empfang genommen, wie sie in diesem Alter – auch wegen des ersten libidinösen Aufbegehrens seit der phallischen Phase – nun mal typisch ist. Ich stellte mir mich aus Malus Perspektive vor. In dieser Inszenierung hätte ich die Nachricht nicht sofort gelesen. Mit blitzenden Augen würde sie nun beobachten, wie ich den Zettel in meinem Portemonnaie als Beleg einer auflodernden Romanze oder als Relikt einer schicksalhaften Eingebung bergen würde, bloß um ihn mir, sobald ich zurück in Dorothees Wohnung wäre, neben meine Unterlagen auf den Schreibtisch zu legen. Dann fiel mir auf, dass […]

Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans

[…] Malu war jünger als ich. Jedenfalls so viel jünger, dass es mir hätte auffallen können. In ihrem Gesicht, bedeckt von einem derart wilden Pony, dass ich mich an die parametrischen Kurvenintegrale erinnerte, die ich nie verstanden hatte, deutete sich jederzeit ein Lächeln an, ohne dass sie etwas dafür konnte. Sie umgab ein leichtes Flimmern, ein Pol, der eine auratische Aufregung anzog, in der sie ihre Blicke – nach den Codes, die unser Verhalten koordinieren sollen, letztlich aber doch bloß Ausdruck repressiver Begierden sind – als kokettierende Signale verhandeln konnte. Dass sie ihr laszives Wesen so willentlich, offenbar voller Überzeugung, nach außen trug, machte sie mir sympathisch. Neben der überbetonten […]

Neon wie es nicht bloß scheint Beginn eines Romans

Ein junger Schriftsteller, der sich in Deutschland durch kleinere, jedoch von der Presse gefeierte, Veröffentlichungen einen Namen machen konnte, hat Aussicht auf eine erfolgreiche Karriere. Ausgestattet mit dem Stipendium eines renommierten Verlags zieht es ihn nach New York. Dort soll er an einer Kolumne arbeiten, um Geist und Wesen seiner Zeit zu erfassen. Nichts scheint hierzu aussichtsreicher als die neu gewonnene Anonymität, die ihn mit der Unbefangenheit staffiert, einen ironischen Blick auf die augenscheinliche Nervosität der Stadt zu werfen. Schon bald aber kehrt sich dieser Blick nach innen. Die Lichter der Boulevards erhellen weitaus mehr als die Nacht.  

Kalkül und Avantgarde Kunst und die Rolle rückwärts.

Die Postmoderne ist eine von Hektik und Fortschrittlichkeit gebeutelte Epoche, in der das Neuheitsbestreben nie ausgeprägter war. In der Kunst bemüht sie sich jedoch immer weniger um die Überwindung des Vergangenen und Überholten, wenngleich sich dies entsprechend avantgardistischer Programmatik von selbst verstehen müsste. Stattdessen proklamiert die Postmoderne jene Gewissheit, dass modernistische und auch vormodernistische Wesenszüge gar nicht überwunden werden wollen. Zu lukrativ scheint das Geschäft mit dem ökonomischen Potential des Gewöhnlichen. Selbst die einst so rebellisch aufbegehrende Straßenkunst kuscht brav wie ein Kätzchen.

Von Comics, Kaffee und Franz Kafka… … und noch vielem mehr: das vielSeitig-Literaturfestival geht dieses Jahr in die vierte Runde

Ende Oktober ist es wieder soweit – das Europäische Literaturfestival vielSeitig holt für euch jede Menge hochkarätige Autoren und Vorleser in die Stadt! Vier Tage lang steht dann in Siegener Cafés und im Kulturhaus Lÿz alles im Zeichen spannender Lesungen und Literaturpräsentationen mit namhaften deutschen KünstlerInnen, genauso wie mit hierzulande (noch) unbekannten AutorInnen aus den unterschiedlichsten Ecken Europas.

Terror

In Zeiten des Terrors

Sie rennt, sie läuft, sie fließt, sie vergeht und sie zerrinnt, doch eins tut sie nicht: Sie lässt sich nicht umkehren. Und auch wenn es sich in manchen Augenblicken des Lebens so anfühlt, als würde sie stagnieren, nur um im nächsten Augenblick in schwindelerregender Geschwindigkeit weiterzurasen, kommt sie dennoch nicht zum Stillstand. Sie löst Befangenheit und Schock aus und doch spendet sie Trost, denn sie heilt bestimmt alle Wunden.

Haufen Bücher

Nicht schon wieder ein Kettenbrief, oder dieses Mal doch?

Das Phänomen „Kettenbrief“ begegnet den meisten Schülern schon in der vierten Klasse. Was damals die Einnahmen der Post steigern sollte, indem man Postkarten oder teure Pakete durch Deutschland schickte, ist heute oft bloß ein Scherz, der per Whatsapp oder Facebook mit der Kündigung des Benutzerkontos droht. Doch jetzt erreichte unsere Redakteurin Elisa ein Kettenbrief, der sie doch neugierig gemacht hat.