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Das Phänomen Fifty Shades of Grey

Wieso entstand ein solch großer Hype um eine Geschichte, in der es darum geht, dass sich eine 21-Jährige, schüchterne Studentin in einen 27-Jährigen, sehr selbstbewussten Milliardär verliebt? Denn nicht nur die Bücher und die erste Verfilmung boomten; da es bei Fifty Shades of Grey um Sexpraktiken geht, die auch das ein oder andere Hilfsmittel beinhalten, stürzten sich viele Leser auf Handschellen, Peitschen und Co. Auch der Sexspielzeugmarkt profitierte von diesem Hype.

Der Soziologe Sven Lewandowski von der Uni Würzburg findet vor allem das Phänomen faszinierend, dass die Geschichte in der Öffentlichkeit gelesen wird: „Es scheint etwas zu sein, wofür man sich nicht schämen muss. Man stelle sich mal vor, ich würde als Mann irgendein Pornoheft auspacken.“ Er ist nicht der einzige Wissenschaftler, der sich mit dem Thema befasst. Es wurden bereits einige wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Shades of Grey verfasst.

 

Laut Lewandowski ist dieser Hype jedoch nichts Neues: „Alle fünf bis zehn Jahre schreibt irgendeine Frau irgendein pornografisches Buch, und das wird dann gehyped nach dem Motto: was Frauen wirklich wollen“. Man denke nur an den Roman und gleichnamigen Film Feuchtgebiete.

 

Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten den Themen Sex und Sexualität geöffnet. Viele Tabus sind gebrochen worden. Deshalb kann solch eine Thematik, wie sie in Fifty Shades of Grey präsentiert wird, so gut beim – vorwiegend weiblichen – Publikum ankommen. Außerdem wird das altbekannte Klischee “Unschuldiges Mädchen trifft wahnsinnigen Traummann – es ist kompliziert, doch sie kriegen sich trotzdem“ vollends erfüllt. Denn am Ende heiraten die Protagonisten. Es geht eben nicht nur um Sex, sondern auch um hoffnungslose Romantik. Dies scheint für viele Leser der ausschlaggebende Punkt gewesen zu sein.

 

Denn geht man nach den Kritikern, so hört man oft, dass das Buch wenig literarische Qualität besitze. Auch Lewandowski sieht das so – er bezeichnet die Romane als „Schundliteratur“. „Der Erfolg dieser Bücher ist ein Anzeichen für den Verfall des literarischen Geschmacks.“

 

Quelle: www.volksstimme.de

 

Bild: Lizenz: Gemeinfrei – Quelle: Wikimedia Commons – Autor: Focus Features, Michael De Luca Productions, Trigger Street Productions

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