Die erste eigene Wohnung

Die erste eigene Wohnung Ein persönliches Zwischenfazit

Viele Studenten ziehen für ihr Studium in eine andere Stadt und leben dann entweder alleine oder in einer Wohngemeinschaft. Auch ich bin von zuhause ausgezogen, um zu studieren. Mittlerweile lebe ich seit fast zehn Monaten in meiner eigenen kleinen, aber gemütlichen Wohnung in Siegen. So langsam kann ich ein Fazit daraus ziehen, welche Vor- und Nachteile die neu gewonnene Freiheit mit sich bringt. Aber lest selbst:

  1. Was mir persönlich schnell in den Sinn kommt, wenn ich an eine eigene Wohnung denke, ist ganz klar der Haushalt. In der Kindheit ist man es gewohnt, dass die Hausarbeit auf die ganze Familie aufgeteilt oder gar nur von der Mutter oder dem Vater geschmissen wurde. So ist es doch schon eine große Umstellung, wenn man plötzlich auf sich alleine gestellt ist. Ich hätte vorher wohl nicht gedacht, dass sich mein Geschirr innerhalb kürzester Zeit wie von selbst in der kleinen Küche stapelt oder dass sich Staubpartikel wie verrückt vermehren. Zudem funktioniert die Waschmaschine im Keller nur durch einen Chip, der natürlich immer dann seinen Geist aufgibt, wenn man ihn benötigt. Das Gute jedoch ist, dass man sich irgendwann daran gewöhnt, den Haushalt öfter zu erledigen. Oder man gewöhnt sich halt einfach an den immer größer werdenden Geschirrberg. Und wenn die Eltern zu Besuch kommen, geschieht das Aufräumen eh ganz von alleine und innerhalb kürzester Zeit.
  2. Wer über das Wochenende mal in die Heimat fährt, kennt das Problem mit dem Einkauf. Ich habe anfangs den Fehler gemacht, immer viel zu viel einzukaufen, ohne die Nahrungsmittel komplett aufbrauchen zu können. Da war es nicht verwunderlich, dass die Zitrone mal vor sich hin schimmelte, bis man nach dem Wochenende aus der Heimat wieder zurückkam. Aber das weiß ich ja zum Glück jetzt besser. Es ist halt schon anders, wenn ich nicht mehr von vier weiteren Personen im Haus umgeben bin, sondern nur noch für mich selbst einkaufen muss. Da werden aus einem Großeinkauf schnell mal mehrere kleinere Einkäufe.
  3. Hach, erinnert sich noch jemand an die Zeit, als man nach der Schule nach Hause kam, der Magen schon knurrte und das Essen meist schon bereit stand? Nun, so läuft das ja leider nicht mehr ab, wenn man alleine wohnt oder nicht gerade jemand in der WG für alle gekocht hat. Wenn ich mal keine Lust habe, mich nach einem langen Tag in der Uni ewig an den Herd zu stellen, dann werden es halt Nudeln mit Soße, oder Soße mit Nudeln. Die reichen dann auch noch mindestens für den nächsten Tag.
  4. Und schon wieder was im liebsten Onlineshop bestellt. Jetzt nur noch auf die Versandmail warten und hoffen, dass der Postbote noch kommt, bevor man in die Uni muss. Aber natürlich passiert das nur im seltensten Fall. Doch wenn man Glück hat, wird das Paket bei einem der unzähligen Nachbarn abgegeben und man lernt diese immerhin auch mal kennen.

Die erste eigene Wohnung bietet aber natürlich auch einige Vorteile

  1. Die erste eigene Wohnung! Sie dient zwar in den meisten Fällen nur zum Übergang für das Studium. Aber trotzdem habe ich mich darauf gefreut, alles neu einrichten zu können, so wie ich es will. Auch wenn der Möbelkauf etwas nervenaufreibend sein kann, gibt es doch fast nichts schöneres, als eine Wohnung, in der man sich wohlfühlt.
  2. Ein großer Vorteil ist natürlich die Freiheit, meinen Tag so zu gestalten, wie ich es möchte. So muss ich beispielsweise nicht mehr darauf warten, dass das Bad endlich frei wird. Niemand sagt mir am Morgen, dass ich endlich aufstehen soll, und in der Nacht, dass ich doch mal schlafen gehen sollte. Ich kann also noch ganz entspannt ein paar Folgen meiner Lieblingsserie schauen. Auch wenn ich es am nächsten Tag bereue, weil mir die fünf Stunden Schlaf definitiv nicht gereicht haben. Aber wenn ich mal keine Lust darauf habe, das Haus zu verlassen und zur Vorlesung zu gehen, dann macht mir da auch niemand Ärger.
  3. Und als letztes: In eine andere Stadt zu ziehen und mit dem Studium zu beginnen, ist wie ein Neuanfang. So hat es sich auch für mich angefühlt. Ich bin fast ganz auf mich alleine gestellt und muss sehr viel Verantwortung übernehmen. Aber es ist gleichzeitig ein kleines Abenteuer und macht Spaß. Und wenn ich dann doch die Heimat vermisse, steige ich an den freien Tagen in die Abellio und fahre zurück

Bild: „Moving Apartment“ von S STEEL, https://www.flickr.com/photos/gsi-r/23463800445, Lizenz: CC BY 2.0

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