Harry Potter und die ewige Geldmaschine?

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Bild: Pia Nehring

„Ja, es wird eine Fortsetzung der Saga geben.“ Mit diesen Worten erfüllte die Erfolgsschriftstellerin J.K. Rowling den Herzenswunsch der Harry Potter-Community. Nachdem 2007 scheinbar das Ende der Erfolgsreihe um den Zauberhelden Harry erreicht war, ließ Rowling 2016 die magische Welt wieder aufleben. Knapp ein halbes Jahr nach Veröffentlichung des Buches nun die Frage: Handelt es sich bei „Harry Potter und das verwunschene Kind“ um eine würdige Nachfolge des Welterfolgs oder um reine Geldmacherei?“ (Achtung: Spoiler- Alarm!)

Da die Geschichte von Harrys Kampf gegen Lord Voldemort mit dessen Tod scheinbar beendet war, brachte Rowling mit den Kindern der beliebtesten Figuren neue Charaktere mit ins Buch. Wichtig für die Story sind hierbei vor allem Harrys zweitgeborener Albus Severus, benannt nach Albus Dumbledore, dem ehemaligen Direktor Hogwarts, und Lehrer sowie On-Off-Rivale Severus Snape. Natürlich freundet sich Albus im Buch mit keinem geringeren als Scorpius Malfoy, Sohn von Draco Malfoy, an, welcher seit Anfang der Romanreihe mit Harry im Clinch steht. Dass Rowling genau diese beiden Charaktere zu besten Freunden macht, gibt hierbei allerdings eher das Gefühl, verzweifelt einen Grund zu finden, um den Liebling vieler, Draco Malfoy, erneut in die Geschichte einzubinden sowie dessen endlosen Kampf mit Harry fortzuführen.

Dass Harry nun mit Ginny, der Schwester von seinem besten Freund Ron, zusammen ist und dieser mit Schulfreundin und Teil des Dreiergespanns Hermine ein Paar ist, untermauert erneut- Rowling war es wichtig, dass alle Lieblinge der Fans in der Fortführung auftauchen, um somit die Erfolgsgaranten beizubehalten. Wo früher in fast jedem Teil neue Charaktere auftauchten, die der Story Abwechslung und Überraschungsmomente brachten, sind im neuen Buch neben den Sprösslingen und wenigen Neulingen hauptsächlich frühere Figuren Teil der Geschichte.

Die Story bietet hierbei ebenfalls wenig Neues- das altbekannte Muster „Sohn steht im Schatten des Vaters“ findet auch im neuen Harry Potter-Teil seinen Platz, was letztlich dazu führt, dass Albus aus lauter Frust zusammen mit Scorpius in die Vergangenheit reist. Der Weg dahin kurz zusammengefasst ist folgender: Albus bekommt ein Gespräch mit dem Vater des verstorbenen Cedric Diggory und Harry mit. Cedric war bei einem der vielen Kämpfe mit Lord Voldemort gegen Harry ums Leben gekommen. Daher bittet er ihn nun mithilfe eines Zeitumkehrers seinen Sohn zu retten. Harry lehnt ab und Albus wittert seine Chance, endlich als Held aus dem Schatten seines Vaters zu treten.

Er klaut den Zeitumkehrer, was zu einem riesigen Chaos führt, da mit jedem seiner Zeitreisen, er auch die Gegenwart verändert und somit mal Hermine und Ron gar nicht zusammen kommen, Severus Snape (ja er findet ebenfalls seinen Platz in der Story) wieder zum Leben erweckt wird und letztlich, wie sollte es anders sein, auch Lord Voldemort wieder zurück kehrt und die Herrschaft über die Zauberwelt besitzt. Die Rückkehr des dunklen Lords ist hierbei recht enttäuschend, da man mit dem Kampf von Harry und ihm in Teil sieben abgeschlossen hatte und nun die längst zu Ende erzählte Erfolgsgeschichte wieder auferweckt wird. Völlig zusammenhangslos platzt nun Delphi, Lord Voldemorts angebliche Tochter in die Geschichte und reist mit Scorpius und Albus zu dem Tag, an welchem Harry erstmalig den dunklen Zauberer besiegte- der Tag, an dem Voldemort Harrys Eltern umbrachte und dieser überlebte. Die Idee dahinter: Delphi will verhindern, dass ihr Vater seine Kräfte durch diesen Kampf verliert. Albus weiß nun nicht mehr, wie er die Situation retten kann und bittet seinen Vater aus der Gegenwart zu Hilfe. Dieser überlistet zusammen mit Ron, Hermine und Draco wie so oft zuvor Voldemort und mit dem Sieg und dem scheinbaren Näherkommen von Vater und Sohn ist ein „Ende gut, alles gut“-Schluss geschaffen.

Fazit: Der Zwang der Unterhaltungsindustrie, von allem was Geld bringt eine Fortführung zu produzieren, hat auch bei Harry Potter keinen Halt gemacht. Die Saga, die all seine Anhänger in die Welt der Zauberei entführte, schafft es dieses Mal nicht, einen in den Bann zu ziehen. Altbewährtes beizubehalten stimmt vielleicht bei vielem, zündet allerdings nicht bei Büchern. Somit- lieber nochmal Band 1-7 lesen und sich beim Kauf des neuesten Teil bewusst sein, dass es mit den vorherigen zu viel und gleichzeitig rein gar nichts zu tun hat…

2 thoughts on “Harry Potter und die ewige Geldmaschine?

  1. Naja, das ganze ist als Theaterstück konzipiert und soll auf der Bühne ziemlich großartig sein. Dass Harry und Ginny, ebenso wie Ron und Hermine heiraten ist zudem im letzten Buch bereits enthalten. Und bitte, die Namen richtig schreiben: Albus Dumbledore und Cedric Diggory.
    Zudem ist Cursed Child nicht von J.K.Rowling selbst verfasst, wodurch selbstverständlich Unterschiede zu den HP Büchern auftauchen. Das Stück ist für die Bühne konzipiert und wurde nur quasi auf Verlangen der Fans als Buch veröffentlicht, da viele nicht, oder nur in weiter Zukunft die Möglichkeit haben, das Theaterstück live zu sehen. Mir als absoluter HP Fan hat das Script in vielen Teilen gefallen, manches aber auch durchaus nicht, aber ich denke auf der Bühne wird das Stück vollkommen anders funktionieren

    1. Die Fehler bei den Namen wurden direkt geändert, vielen Dank! Es handelt sich bei dem Text auch um eine persönliche Meinung und nicht um eine Buchkritik, also ist es ganz verständlich, dass es dem einen besser und dem anderen weniger gut gefällt. Was mochtest du denn an dem neuen Band nicht so sehr?

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