Na, heute schon schlapp gemacht? Von Lebertran, Beauty-Banken und Vitamin D – und wie ihr den studentischen Winterschlaf vermeiden könnt

Sobald die Tage kürzer werden, bereiten sich Pflanzen und Tiere auf den Winter vor. Eichhörnchen halten Winterruhe, Bären sogar Winterschlaf. Nur die kuriose Spezies Student schlägt sich durch die kalten Monate ­­– getrieben vom Prüfungsstress, verlangsamt durch die aufkommende Wintermüdigkeit, sehnsüchtig nach ihrem kuscheligen Bett. Ab November beginnen die ersten Grippewellen und Schlappheitsgefühle sowie Lustlosigkeit machen sich breit. Wir wachen nach acht Stunden Schlaf auf – immer noch müde. Selbst Kaffee scheint uns bei dieser Dauerenergielosigkeit im Stich zu lassen. Die Ursache könnte ein Vitamin-D-Mangel sein.

Vitamin D wird im Körper hauptsächlich durch die UV-B-Strahlung der Sonne gebildet. Ab Oktober treffen Sonnenstrahlen aber in einem so flachen Winkel auf die Erde, dass alle nördlich von Rom lebenden Menschen nicht genügend Vitamin D produzieren können. Die Faustregel lautet: Sobald euer Schatten länger als eure Körpergröße ist, ist es an der Zeit, kreativ zu werden. Vor allem in einer Stadt wie Siegen, in der sich die Sonne teilweise über Wochen verabschiedet. Manchmal taucht sie einen Tag lang wieder auf, manchmal nur ein paar Stunden – Beziehungsstatus: kompliziert.

Unser Körper wandelt das Sonnenvitamin zwar hauptsächlich über die Haut um, doch auch durch die Nahrung kann es aufgenommen werden. Lebertran, Fisch, Eier und Pilze könnten uns schon etwas fitter durchs Semster bringen. Für die Abenteurer unter euch, die Vitamin D ausschließlich über die Nahrung aufnehmen wollen, folgt hier der empfohlene Speiseplan: 4 Kilogramm Schweinefleisch, 20 Eier oder 10 Liter Milch pro Tag wären euer treuer Begleiter durch den Winter… lecker. Wem dieses verlockende Angebot nicht zusagt, der möge eher folgende Möglichkeiten in Erwägung ziehen:

Supplementierung

Obwohl viele von uns das Tablettennehmen eher mit dem Herbst des Lebens verbinden, könnten uns Vitamin-D-Präparate vor der allbekannten Wintermüdigkeit bewahren. Die Gesundheitsapotheke des Albertus-Magnus-Zentrums empfehlt diesbezüglich Vitaminkapseln, die uns ohne auch Zusätze wie Gelatine, Lactose, Gluten uvm. mit ausreichend Vitamin D im Winter versorgen – für jeden wäre also etwas dabei. Nachteil: Bei übermäßigem Verzehr drohen unter anderem Kopfschmerzen und Schwindel, daher sollte man sich hinsichtlich der Dosierung unbedingt beraten lassen. Kurioserweise kann es bei der Aufnahme von Vitamin D über die Sonne nie zu einer Überdosierung kommen, da der Körper dann einfach die Vitamin-D-Produktion abstellt – fantastisch oder?

Wer den Vitaminpräparaten abschwört, stellt sich vielleicht folgende Frage: Gibt es eine Methode, bei der man keine künstlichen Vitamine zu sich nehmen muss und sogar Lernen und Sonnetanken im Winter verbinden kann? Antwort:

UV-B-Lampen

Dieses Spezies der Tageslichtlampen imitiert die UV-B-Strahlung des natürlichen Tageslichts und erzielt somit die Vitamin-D-Produktion des Körpers. 30 Minuten sollen hierbei das Zeitfenster zum Glück sein, jedoch gibt es unterschiedliche Beleuchtungsstärken und ihr solltet die Lampe unbedingt eurem Hauttyp anpassen – Beratung hierzu gibt es beim Elektrohändler. Nachteil: Nur ein kleiner Teil der Haut lässt sich bestrahlen und der Effekt ist daher limitiert. Um eine ganzkörperliche UV-B-Bestrahlung zu erzielen, bedarf es des Aufbruchs zu jenem sagenumwobenen Ort, über den es meinungstechnisch keine Grauzone zu geben scheint: das Solarium. Manche lieben es, viele verteufeln es – doch könnten uns ein paar Ausflüge nach Münz-Mallorca aktiver durch den Winter bringen?

Sonnenbank

Das Solarium – lateinisch für: „ein der Sonne ausgesetzter Ort“ – ruft einem nur allzu oft zerknitterte, orangefarbene Visagen mit leuchtenden Zähnen ins Gedächtnis, die sich seit geraumer Zeit auf gängigen Fernsehsendern nicht mehr vermeiden lassen. Doch ist die panische Angst vor dem Sonnenstudio eigentlich begründet? „Regelmäßig mäßig“ lautet die Devise von Dr. Kai Bongard, Inhaber des AYK Sonnenstudios in Siegen. „Mäßig“ lässt sich laut Dr. Bongard aufgrund der deutschen UV-Schutz-Verordnung (UVSV) von 2012 leichter in die Tat umsetzen, da bei einer maximalen Bestrahlungsstärke von 0,3Watt/m² die Zeitspanne erweitert wurde, in der man sich risikofrei bräunen kann. Ein Vorteil des Solariums sei die Möglichkeit der kontrollierten Strahlungsdosierung, die in diesem Maße beim Bräunen unter freiem Himmel nicht möglich wäre. Somit lasse sich also mithilfe künstlicher Bestrahlung das Erlebnis des Sonnens an das Individuum anpassen. Das Vitamin D für ein aktiveres Wintersemester – so Dr. Bongard – gäbe es gratis dazu.

Interessanterweise führte die AYK-Kette in der Vergangenheit eine Sonnenbank, die nahezu ausschließlich UV-B-Strahlung abgab. Diese für die Vitamin-D-Produktion perfekt scheinende Bank wurde jedoch wegen geringer Nutzung aus dem Sortiment genommen, da die Kunden unter anderem das gewohnte Wärmegefühl vermissten. Vor allem im Solarium gilt: Beratung ist das A und O!

Sonnenjagd

Doch wäre es ignorant zu behaupten, Siegen hätte keine Sonnenseite. An den wenigen Herbsttagen, an denen sie sich mal blicken lässt, weiß der erfahrene Vitamin-D-Jäger dies auszunutzen. Mutige Campuspendler erreichen ihre Ziele zu Fuß (soweit möglich) und resolute Mensabesucher verbringen ihre Mittagspausen im Freien. Ein bisschen Wintersonne auf Gesicht, Unterarme und Hände kann schon einen Beitrag zum Kampf gegen die Dauermüdigkeit leisten. Der kleine Vorplatz der Mensa, liebevoll mit Tischen, Bänken und Basketballkorb ausgestattet, wäre an sonnigen Tagen ein idyllischer Ort, um sich eine Mahlzeit und eine Portion Vitamin D einzuverleiben.

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