transmann sam

Sieben unangenehme, aber durchaus relevante Fragen an einen Transmann Die du dich nie trauen würdest zu stellen!

Sam kommt grade vom Sport, als wir miteinander sprechen. „Den Erfolg sieht man noch nicht“, sagt er, auch in einem seiner Videos auf YouTube, und lacht dabei. Seit vergangenem Winter nimmt der 21-Jährige Testosteron, seine Verwandlung von der Frau zum Mann hält er im Videotagebuch fest. Denn Sam ist trans, genau so wie abertausende andere Menschen in Deutschland. Eine konkrete Zahl gibt es nicht, denn die Dunkelziffer ist groß. Sam aber, anders als andere, steht offen zu seiner Geschlechtsidentität, trotzdem nerven ihn die immer selben Fragen auf offener Straße. In einem seiner Videos erklärt er, welche Typen von Fragen ihr einem Transmann niemals stellen solltet. Tja, ich bin dann für euch mal ins Fettnäpfchen getreten.

mediazine: Du, Sam, wie merkt man eigentlich, dass man trans ist?

Sam: Ich hab’ zu viel YouTube geguckt und so bin ich drauf aufmerksam geworden, dass das auf mich zutreffen könnte. Vorher kannte ich den Begriff Transsexualität nichtmal, da hat mich das halt nie beschäftigt. Ich hatte aber schon immer das Gefühl, dass irgendwas nicht so ganz richtig ist, hab mich oft richtig unwohl in meinem Körper gefühlt. Aber ich konnte nie ganz festmachen woran es liegt, bis es mir mit der Zeit dann klar wurde.

Ist es eigentlich schwer, sich an einen neuen Namen zu gewöhnen?

Nö, das war für mich irgendwie klar. Meine Freunde haben den Namen damals ausgesucht und der hat halt irgendwie gepasst. Ich habe in der Schule eine Liste angefertigt mit coolen Jungsnamen, auf Sam haben wir uns dann geeinigt. Das muss in der 8. oder 9. Klasse gewesen sein.

Wie hast du dich damals geoutet?

Ich habe mich eigentlich nie richtig geoutet. Dass ich lesbisch bin, habe ich mal bei Facebook angegeben. Als ich dann festgestellt habe, dass ich trans bin, habe ich das den wichtigsten Leuten bei WhatsApp geschrieben.

Beneidest du manchmal Kerle, die ihre Identität nicht in Frage stellen müssen, weil sie cisgenderbiologisches Geschlecht stimmt mit dem gesellschaftlichen Geschlecht überein sind und einen Penis haben?

Ja, natürlich! Weißt du, wie oft ich mir anhören muss: „Man ist kein richtiger Mann, wenn man keinen Penis hat“? Hallo? Dafür habe ich drei Penisse zu Hause. Ich bin also dreimal mehr Mann als alle anderen.

Du arbeitest als Erzieher. Kommt man da manchmal in unangenehme Situationen und sogar Erklärungsnot?

Ich glaube, gerade in sozialen Berufen ist sowas super unwichtig und wird voll toleriert. Was mir wohl schon oft passiert ist: Kids erzählen zuhause: „das ist der Sam“ und die Eltern fangen dann Diskussionen an, ob ich denn nun doch vielleicht ein Mädchen bin. Am Ende kommen sie dann aber einfach zusammen mit ihren Kindern und fragen mich, das ist voll okay.

 Was wäre heute anders, wenn du nicht trans wärst?

Dann hätte ich heute wahrscheinlich mit mehr Frauen geschlafen als ich bis jetzt getan habe. Und ich hätte wahrscheinlich in jede mögliche Straßenecke meiner Stadt gepinkelt.

Was war das Hässlichste, was jemand mal zu deiner Person gesagt hat?

„Was macht die schäbige Lesbe eigentlich hier auf dem Männerklo.“ Das war auf der Schule damals. Da war ein Typ mit mir auf der Toilette und als er zurück in seine Klasse ging meinte er da: „Was meinen die Lesben eigentlich, dass die jetzt schon aufs Männerklo gehen können?“.

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