Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans

[…] Zettelbotschaften hatte ich schon als Teenager romantisch gefunden und sie stets mit jener Aufregung verteilt beziehungsweise in Empfang genommen, wie sie in diesem Alter – auch wegen des ersten libidinösen Aufbegehrens seit der phallischen Phase – nun mal typisch ist. Ich stellte mir mich aus Malus Perspektive vor. In dieser Inszenierung hätte ich die Nachricht nicht sofort gelesen. Mit blitzenden Augen würde sie nun beobachten, wie ich den Zettel in meinem Portemonnaie als Beleg einer auflodernden Romanze oder als Relikt einer schicksalhaften Eingebung bergen würde, bloß um ihn mir, sobald ich zurück in Dorothees Wohnung wäre, neben meine Unterlagen auf den Schreibtisch zu legen. Dann fiel mir auf, dass […]

Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans

[…] Malu war jünger als ich. Jedenfalls so viel jünger, dass es mir hätte auffallen können. In ihrem Gesicht, bedeckt von einem derart wilden Pony, dass ich mich an die parametrischen Kurvenintegrale erinnerte, die ich nie verstanden hatte, deutete sich jederzeit ein Lächeln an, ohne dass sie etwas dafür konnte. Sie umgab ein leichtes Flimmern, ein Pol, der eine auratische Aufregung anzog, in der sie ihre Blicke – nach den Codes, die unser Verhalten koordinieren sollen, letztlich aber doch bloß Ausdruck repressiver Begierden sind – als kokettierende Signale verhandeln konnte. Dass sie ihr laszives Wesen so willentlich, offenbar voller Überzeugung, nach außen trug, machte sie mir sympathisch. Neben der überbetonten […]