Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans" >

Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans

[…] Direkt vor Dorothees Wohnung war es noch viel lauter, als es vom Fenster aus immer ausgesehen hatte. Fünf Mädchen, ineinander gehakt, kreischten den Refrain von I don´t wanna miss a thing. Im Kampf um den Wein, den sie einander herumreichten, ergaben sich die hochhackigen Absätze mit jedem Schritt dem Gewicht, das auf ihnen lastete. Ein paar Typen, die ich unweigerlich als Proleten ausmachte, augenscheinlich Bankdrücker, skandierten irgendeinen Mist, bei dem lediglich der Kreuzreim entscheidend ist. Ich machte mich auf den Weg zur nächsten Metro. Die 103 stand abfahrbereit. Wie immer. An der 79 Street, die direkt am Hudson liegt, stieg ich aus und war irritiert, dass ich mich an […]

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Neon wie es nicht bloß scheint Fortsetzung eines Romans

[…] Zettelbotschaften hatte ich schon als Teenager romantisch gefunden und sie stets mit jener Aufregung verteilt beziehungsweise in Empfang genommen, wie sie in diesem Alter – auch wegen des ersten libidinösen Aufbegehrens seit der phallischen Phase – nun mal typisch ist. Ich stellte mir mich aus Malus Perspektive vor. In dieser Inszenierung hätte ich die Nachricht nicht sofort gelesen. Mit blitzenden Augen würde sie nun beobachten, wie ich den Zettel in meinem Portemonnaie als Beleg einer auflodernden Romanze oder als Relikt einer schicksalhaften Eingebung bergen würde, bloß um ihn mir, sobald ich zurück in Dorothees Wohnung wäre, neben meine Unterlagen auf den Schreibtisch zu legen. Dann fiel mir auf, dass […]

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Neon wie es nicht bloß scheint Beginn eines Romans

Ein junger Schriftsteller, der sich in Deutschland durch kleinere, jedoch von der Presse gefeierte, Veröffentlichungen einen Namen machen konnte, hat Aussicht auf eine erfolgreiche Karriere. Ausgestattet mit dem Stipendium eines renommierten Verlags zieht es ihn nach New York. Dort soll er an einer Kolumne arbeiten, um Geist und Wesen seiner Zeit zu erfassen. Nichts scheint hierzu aussichtsreicher als die neu gewonnene Anonymität, die ihn mit der Unbefangenheit staffiert, einen ironischen Blick auf die augenscheinliche Nervosität der Stadt zu werfen. Schon bald aber kehrt sich dieser Blick nach innen. Die Lichter der Boulevards erhellen weitaus mehr als die Nacht.